Hollywood liebt Horrorfilme; und die Zuschauer offenbar auch. Während die einst populären Western fast ausgestorben sind, werden Horrorfilme, die sich seit Anbeginn der „laufenden Bilder“ einer großen Popularität erfreuen, fast schon am laufenden Band produziert.
In der neusten Inkarnation diese Genres, dem Horrorfilm und psychologischem Thriller Katakomben, dreht sich alles um ein Team von Forschern, die sich in die Pariser Katakomben wagen um das dunkle Geheimnis aufzudecken, das in dieser Stadt der Toten begraben liegt.

Handlung / Inhaltsangabe

Katakomben

Der Film startet mit der Suche nach der „Rose“ in unterirdischen Tunneln im Iran, die von der Hauptdarstellerin Scarlett Marlowe, einer Archäologie-Professorin, auch gefunden wird. Dabei entkommt sie nur knapp den einstürzenden Gewölben.

Diese Vorgeschichte ist aber von nur marginaler Bedeutung. Es soll suggeriert werden, das die Figur von Scarlett als eine Mischung aus Lara Croft und Indiana Jones angelegt. Wahrscheinlich hauptsächlich, um die Kritiker dazu zu verleiten, eine sehr künstliche Verbindung, zu dem berühmtesten Archäologen der Filmgeschichte und einer sehr bekannten Figur aus dem PC-Spiele Sektor, herzustellen.

Sie reist nach Paris, stellt dort ein Team zusammen: den Dokumentarfilmer Benji, ihren Ex-Freund George, einem Führer und seiner Freundin (Papillon und Souxie) sowie ihren Freund Zed. Die fünf wollen in den Katakomben den „Stein der Weisen“ (der angeblich von Nicolas Flamel entdeckt wurde, und ihm Unsterblichkeit verlieh) finden.

Diesen hatte bereits ihr Vater gesucht, und neusten Erkenntnissen nach, befindet er sich so etwa 133 Meter unterhalb von Paris.

Auf ihrer Wanderung durch die engen Tunnel treffen sie zunächst eine Gruppe von weiblichen Okkultisten die geheimnisvolle Lieder singen, und etwas später La Taupe („Der Maulwurf“) den Kumpel des „Pfadfinders“ Papillon.

Schließlich landen sie in einem Grab, in dem sich ein konservierter Tempelritter befindet, und siehe da, auch der „Stein der Weisen“.

Die Protagonistin nimmt diesen an sich, und bemerkt zu spät, dass es sich um eine Falle handelt (genau wie im Iran, bricht der Laden zusammen). Doch nicht nur das: nun geschehen reihenweise surrealistische Dinge, Untote, Dämonen … – die ganze Palette.

Der Film bezieht seine Wirkung insbesondere aus der klaustrophobischen Enge in den Katakomben (niedrige Decken, enge Passagen und hüfthohes Wasser), und von der (bereits im Filmplakat, das den Eifelturm auf dem Kopf stehend darstellt), inversen Beziehung der Ereignisse und Handlungen in der „Unterwelt“ zur Realität der „Oberwelt“.

Die übriggeblieben erkennen, dass der Stein selber eine Falle ist, und dahin zurück muss, wo er herkam. Leichter gesagt als getan, aber es gelingt, mit dem kleinen Pferdefuß, dass der Rückweg nun endgültig abgeschnitten ist und die Plagegeister ihnen weiterhin dicht auf den Fersen sind.

Schließlich landen sie nach einem „Sprung des Glaubens“ wieder auf der Erdoberfläche, mit einer schönen Aussicht auf die Kirche Notre Dame.

Kritik / Review

Kurz & Schmerzlos

Der Nervenkitzel, den der Film vermittelt, stammt entweder von den Dingen, die tatsächlich passieren könnten (Klaustrophobie, Einstürze und Begegnungen mit den verschiedenen unliebsamen "Erscheinungen", die man bei einer Reise in der Untergrund schon fast erwartungsgemäß trifft) oder direkt aus der Lebensgeschichte der Charaktere (alle haben ungelöste Todesfälle von Freunden oder Familienmitgliedern in ihrer Vergangenheiten). Die Idee dahinter ist, dass eine Reise in die Niederungen der Katakomben eine Analogie zum Abtauchen in das eigene Unterbewusstsein darstellt.
Der Regisseur, der bereits die Filme Quarantäne (2008) und Devil (2010) drehte, nutzt visuelle Effekte, die mehr verhüllen als sie zeigen.

Für Liebhaber unruhiger Handkameras und schriller Dialoge ist Katakomben sicherlich sehenswert. Der Film ist spannend, ohne wirklich schockierenden Szenen zu zeigen (was auch darauf beruht, das häufig nur ein Ausschnitt gezeigt wird). Etablierten Klassikern wie das „Blair Witch Project“ (1999) oder „Paranormal Activity“ (2007) kann der Film allerdings nicht das Wasser reichen.
“Katakomben“ verfällt gehen Ende zusehends in ein panisch-gehetztes Tempo, das leider nicht Dynamik, sondern eher Verwirrung erzeugt. Hinzu kommt, dass die häufig unbeholfenen und hanebüchenen Dialoge eher für unfreiwillige Komik sorgen und entfernt an eine lose Aneinanderreihung von Flachwitzen erinnern.

Bewertung

Der Film erschien im Dezember 2014 auf DVD, und erhält bei Amazon gemischte Kritiken (Durchschnittswert 3,1 (von maximal 5 Sternen; 230 Bewertungen); Stand April 2016). Allerdings ist auffällig das der Film genauso viele 5 Sterne wie 1 Sterne Bewertungen erhält. Das Rating bei IMDB beträgt 6,1/10 Punkten (50.000 Bewertungen).
Der Film wurde bislang (Stand September 2016) noch nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Katakomben

Der offizielle Trailer

Eine archäologische Enthusiastin versucht den berühmten „Stein der Weisen“ zu lokalisieren. Die Suche nach dem Stein führen Scarlett und eine Gruppe von Forschern tief in die nicht kartierten Bereiche der klaustrophobischen Katakomben von Paris. Dort begegnen sie weit mehr, als sie erwartet hatten und erleben einen harten Kampf gegen die eigenen Dämonen.

Filmmusik

Liste der Soundtracks

Nr. Titel Interpret Dauer
1. Sur La Planche   La Femme 3:27
2. Nuit de Mes Reves   Scratch Massive 3:56
3. Three Fantasies after Friedrich Hölderlin   Capella Amsterdam und Daniel Reuss 3:26
4. My Bonnie Lies Over the Ocean   Volkslied 3:30
5. Hypsoline   La Femme 7:36

Hintergründe

Ein paar Details & Anekdoten

Dies war die erste Produktion, die die Erlaubnis von der Französisch Regierung erhielt in den Katakomben von Paris zu filmen. Der Film wurde in schmalen, gewundenen Tunneln gedreht, und die echten Skelette, die vor Jahrhunderten abgelegt wurden, gehörten mit zur Dekoration.

Das "Loch" in das die 3 Überlebenden springen um dem Horror zu entkommen, ist möglicherweise eine Anspielung auf Dantes Inferno (ein Kapitel der „Göttlichen Komödie“): Um aus der Hölle zu entkommen muss Dante Satans haarigen Bauch hinunter klettern und in den Nabel springen (der – wie es heißt – das Zentrum der Erde ist. Hier wird die Schwerkraft umgekehrt, das „unten“ wird zum „oben“ und der Fall damit zum Sprung.

Das Telefon in den Katakomben, dessen Hörer Scarlett abnimmt, ist ein circa 1940 gebautes Stromberg-Carlson Tischtelefon. Jedoch wurde der Hörer ausgetauscht gegen ein Modell aus den 1930er Jahren und ein moderneres Spiralkabel verwendet. Diese Art von Festnetztelefonen war in noblen Hotels seinerzeit weit verbreitet, und erscheint in einer immensen Anzahl von Filmszenen; insbesondere solchen der Kategorie „Film Noir“.

Der Horror-Film Katakomben hatte kurz nach seiner Premiere am 24. April 2014 die Unterstützung durch die sozialen Netzwerke des weltweit berühmtesten YouTuber Felix Kjellberg (AKA PewDiePie; 47 Millionen Abonnenten) und seiner Freundin CutiePieMarzia (6,5 Millionen Abonnenten). Als Werbegag begaben sich die beiden auf eine präparierte Reise durch die Pariser Katakomben, und wurden Geisterbahnmäßig mehrfach erschreckt (natürlich gefilmt und auf YouTube veröffentlicht).

Zitate

Die besten Zitate aus dem Film Katakomben

Wie oben so unten, wie ich mir die Welt vorstelle so ist sie. [Scarlett]

Der einzige Weg raus, geht nach unten. [La Taupe]

Den Weg weist des Geiers Flügelschlag, mit hellstem Licht am dunkelsten Tag. [Inschrift]

Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren. [Inschrift; Das Zitat stammt ursprünglich aus der Feder des italienischen Dichters Dante Alighieri (Die Göttliche Komödie, Inferno III, 9 (Das Höllentor))]

Der Mythologie nach, ist das die Inschrift über dem Tor zur Hölle. [Scarlett]

Katakomben

Bedeutung und Geschichte des Begriffs

Der deutsche Titel referenziert auf den Drehort, die Katakomben (von Paris). Der englische Titel in Form des Wortspiels "As above, so below" (ungefähre Übersetung: "Wie oben, so unten") ist deutlich tiefsinniger, da insbesondere „above“ auch eine Assoziation zu überirdisch hat, und „below“ zu unterirdisch.

Bedeutung

Katakomben sind von Menschen geschaffene unterirdische Gewölbekomplexe, die der Bestattung von Toten dienen. Katakomben haben geschichtlich ihre Anfänge im römischen Reich, und lagen damals außerhalb der Stadtgrenzen, da es damals illegal (aus hygienischen Gründen) war, Tote innerhalb der Stadtgrenzen zu begraben. Insbesondere die Katakomben von Rom und Paris sind beliebte touristische Attraktionen.

Herkunft

Das Wort bezog sich ursprünglich nur auf die römischen Katakomben, die zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert den verfolgten Christen als Zufluchtsstätten dienten. Seine Bedeutung umfasst jedoch seit dem 18. Jahrhundert jedes unterirdischen Gewölbe in dem Tote bestattet werden.
Die genaue Etymologie ist nicht sicher. Möglicherweise die Ableitung eines Eigennamens eines „unterirdischen Friedhofs“ oder von italienisch „catacombe“ vermittelt durch Lateinisch „catacumbae“ entlehnt aus dem griechischen „kata kymbas“ mit kata für ‚herab‘ und tymbos für ‚Grab‘.

Filmkritiken

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